Weihnachtslieder: Liedtexte für Weihnachten

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In vielen Familien gehört das Singen und Musizieren unter dem Weihnachtsbaum zum festen Bestandteil des Heiligen Abend. Aber auch in der vorhergehenden Adventszeit wird in Kirchen, auf Weihnachtsmärkten, in Kindergärten oder auch im Radio auf das Fest der Liebe musikalisch eingestimmt. Die traditionellen kirchlichen Lieder werden meist in der Landessprache gesungen wobei es neben diesen deutschen Weihnachtsliedern auch viele englischsprachige Lieder von Popkünstlern gibt, die vor allem die jüngere Generation ansprechen.

Geschichte

Die ersten Weihnachtslieder wie wir sie heute kennen, entstanden im Mittelalter. Sie entwickelten sich aus lateinischen Hymnen weshalb es auch noch heute einige christliche Weihnachtslieder in lateinischer oder deutsch-lateinischer Sprache gibt. Beispielhaft zu nennen, seien hier ‚In Dulci Jubilo‘ und ‚Gloria In Exelsis Deo‘. Die ersten einheitlich deutschen Weihnachtslieder gibt es jedoch erst seit dem 16. Jahrhundert. Sie entstanden im Laufe der Reformation Martin Luthers, der die lateinischen Texte ins Deutsche übersetzte und somit bekannte Melodien mit verständlichen Texten füllte. Das 19. Jahrhundert war eine regelrechte Blütezeit der Weihnachtslieder. Viele Lieder wie ‚Stille Nacht, Heilige Nacht‘, ‚Es ist ein Ros entsprungen‘ ‚Ich steh an deiner Krippe hier‘ oder auch ‚Kommet ihr Hirten‘ wurden komponiert oder ins Deutsche übersetzt. Es entwickelte sich der Brauch Weihnachtslieder nicht nur in der Kirche sondern auch unter dem Weihnachtsbaum im heimischen Wohnzimmer zu singen. Zur gleichen Zeit entstanden aber auch einige Weihnachtslieder die nicht in einem christlichen Zusammenhang stehen wie ‚O Tannebaum‘ oder ‚Leise rieselt der Schnee‘. In Folge der Globalisierung kamen fremdsprachige Weihnachtslieder wie ‚Rudolph the rednosed reindeer‘ oder ‚Last Christmas‘ von ‚Wham!‘ nach Deutschland und sind seither um die Weihnachtszeit in den Radios oder auf Weihnachtsmärkten zu hören.

Die Klassiker

Einige Lieder sind aus der Weihnachtszeit absolut nicht mehr wegzudenken Auch wenn es mit den Texten vor allem bei der jüngeren Generation etwas hapert, kennen ihre Melodien doch so gut wie jeder.

Stille Nacht (Youtube)

Stille Nacht! Heil’ge Nacht!
Alles schläft, Einsam wacht
Nur das traute heilige Paar.
Holder Knab‘ im lockigten Haar;
Schlafe in himmlischer Ruh!
Schlafe in himmlischer Ruh!

Stille Nacht! Heil’ge Nacht!
Gottes Sohn, O! wie lacht
Lieb‘ aus Deinem göttlichen Mund,
Da schlägt uns die rettende Stund;
Jesus! in deiner Geburth!
Jesus! in deiner Geburth!

Stille Nacht! Heil’ge Nacht!
Die der Welt Heil gebracht,
Aus des Himmels goldenen Höh’n
Uns der Gnaden Fülle läßt seh’n:
Jesum in Menschengestalt!
Jesum in Menschengestalt!

Stille Nacht! Heil’ge Nacht!
Wo sich heut alle Macht
Väterlicher Liebe ergoß
Und als Bruder Huldvoll umschloß
Jesus die Völker der Welt!
Jesus die Völker der Welt!

Stille Nacht! Heil’ge Nacht!
Lange schon uns bedacht,
Als der Herr vom Grimme befreyt,
In der Väter urgrauer Zeit
Aller Welt Schonung verhieß!
Aller Welt Schonung verhieß!

Stille Nacht! Heil’ge Nacht!
Hirten erst kundgemacht
Durch der Engel „Hallelujah!“,
Tönt es laut bey Ferne und Nah:
„Jesus der Retter ist da!“
„Jesus der Retter ist da!“

Das wohl bekannteste christliche Weihnachtslied, das in kaum einer Weihnachtsmesse ausgelassen wird, ist ‚Stille Nacht, Heilige Nacht‘. Geschrieben wurde der Text im Jahre 1816 von Joseph Mohr und kurz darauf im Jahre 1818 komponierte Franz Xaver Gruber auf sein Bitten hin die passende Melodie. Heiligabend 1818 wurde das Lied in der St. Nikola Kirche in Obersdorf bei Salzburg uraufgeführt. In den folgenden Jahren bis heute wurde dieses Weihnachtslied in viele Sprachen übersetzt und 2011 sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe in Österreich erklärt.

Oh du fröhliche (Youtube)

O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Welt ging verloren, Christ ist geboren:
Freue, freue dich, o Christenheit!

O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Christ ist erschienen, uns zu versühnen:
Freue, freue dich, o Christenheit!

O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Himmlische Heere jauchzen Dir Ehre:
Freue, freue dich, o Christenheit!

Ein weiterer Weihnachtsliedklassiker ist ‚Oh du fröhliche‘. Die ursprüngliche Fassung des Weimarers Johannes Daniel Falk wurde ebenfalls im Jahre 1816 geschrieben und komponiert. Heute besteht davon nur noch die erste Strophe. Die zweite und dritte wurde von seinem Gehilfen Heinrich Holzschuher nach dem Ableben Falks im Jahre 1826 umgedichtet zu den Texten die uns heute bekannt sind

Zu Bethlehem geboren (Youtube)

Zu Bethlehem geboren
ist uns ein Kindelein.
Das hab ich auserkoren,
sein eigen will ich sein.
Eia, eia, sein eigen will ich sein.

In seine Lieb versenken
will ich mich ganz hinab;
mein Herz will ich ihm schenken
und alles, was ich hab.
Eia, eia, und alles, was ich hab.

O Kindelein, von Herzen
dich will ich lieben sehr
in Freuden und in Schmerzen,
je länger mehr und mehr.
Eia, eia, je länger mehr und mehr.

Dich wahren Gott ich finde
in meinem Fleisch und Blut;
darum ich fest mich binde
an dich, mein höchstes Gut.
Eia, eia, an dich, mein höchstes Gut.

Dazu dein Gnad mir gebe,
bitt ich aus Herzensgrund,
dass dir allein ich lebe
jetzt und zu aller Stund.
Eia, eia, jetzt und zu aller Stund.

Lass mich von dir nicht scheiden,
knüpf zu, knüpf zu das Band
der Liebe zwischen beiden,
nimm hin mein Herz zum Pfand.
Eia, eia, nimm hin mein Herz zum Pfand.

Das Lied Zu Bethlehem geboren wurde von Friedrich Spree geschrieben und erst zwei Jahre nach seinem Ableben im Jahre 1637 veröffentlicht. Die Melodie existierte bereits zuvor und wurde auch von anderen Liedtextern verwendet.

In allen diesen drei Liedern, geht es inhaltlich um die Geburt Jesu Christus. Sie werden sowohl in der evangelischen wie in der katholischen Gemeinde gesungen und existieren nicht nur in der deutschen, sondern auch in vielen anderen Sprachen.

Moderne Weihnachtslieder

Die modernen Weihnachtslieder, die es heutzutage reichlich gibt, sind oftmals weniger besinnlich als stimmungsvoll. Inhaltlich handeln sie von Weihnachten als Fest der Liebe und Familie und nichts von Weihnachten als Fest der Geburt Jesus Christus. Dies hängt mit der abnehmenden Zahl von Christen und der sinkenden Bedeutung von Kirche in der Gesellschaft zusammen. Schon bereits ab Ende November spielen die meisten Radiosender Weihnachtshits wie ‚Last Christmas‘ von ‚Wham‘, ‚Driving Home for Christmas‘ von Chris Rea, ‚Let it snow, let it snow, let it snow‘ von Dean Martin  oder ‚Rudolph the red-nosed reindeer‘ von Gene Autry in der Dauerschleife.  Vor allem bei der jüngeren Bevölkerung treffen diese englischsprachigen Welthits auf großen Anklang.

Weitere sehr bekannte moderne Weihnachtslieder sind:

  • Santa Baby von Madonna
  • Feliz Navidad von José Feliciano
  • Santa Claus is Coming to Town von Bruce Springsteen
  • All I want for Christmas is You von Mariah Carey
  • Do they know it’s Christmas von Band Aid
  • Rockin’ around the Christmas tree von Brenda Lee
  • Have Yourself a merry little Christmas von Frank Sinatra
  • Winter Wonderland von Michael Bublé
  • Wonderful dream von Melanie Thornton
  • I wish everyday could be like Christmas von Jon Bon Jovi

Bei diesen Pop-Weihnachtshits ist es oft der Fall, dass Künstler Lieder von anderen Interpreten covern. Deshalb gibt es von einigen Weihnachtshits mehrere Fassungen von verschiedenen Sängern.

Weihnachtslieder für Kinder

Für Kinder gibt es viele Weihnachtslieder mit leicht verständlichen deutschen Texten und eingängigen Melodien. Weihnachtslieder zu singen oder der Musik zu lauschen erfreut die meisten Kinder, stimmt sie somit auf das Weihnachtsfest ein und bringt ihnen spielerisch dessen Bedeutung nahe.

Einer der bekanntesten deutschen Kinderliedermacher ist Rolf Zuckowski. Seine zwei wohl bekanntesten Weihnachtslieder sind ‚In der Weihnachtsbäckerei‘ und ‚Fröhliche Weihnacht – Macht euch bereit‘. Das typische an seinen Aufnahmen ist der Kinderchor der einen Großteil des Liedes singt.

Darüber hinaus gibt es viele weitere Weihnachtslieder für Kinder. Der Text des Liedes ‚Kling Glöckchen, klingelingeling‘ wurde im 19. Jahrhundert von Karl Enslin auf eine bereits bestehende Melodie geschrieben und ist seither ein Klassiker zu der Weihnachtszeit in Kindergärten. Im Internet gibt es viele von Kindern gesungene Fassungen zu finden. Ein weiteres typisches Kinderlied für Weihnachten ist ,Morgen, Kinder, wird’s was geben‘. Über die eindeutige Entstehungsgeschichte sind Historiker sich bis heute uneinig, doch die Spuren dieses Liedes gehen bis in das Jahr 1795 zurück. Inhaltlich geht es in dem Lied darum, dass der Heilige Abend kurz bevor steht und sich alle Kinder auf die Geschenke freuen können.

Weihnachtslieder, egal ob mit langer Tradition oder brandneu, für jung oder alt, sind aus der Weihnachtszeit nicht wegzudenken. Es lässt sich ein Trend zu komplexeren Melodien und Texten mit weniger christlichen Bestandteilen erkennen. Dies lässt sich mit dem auf Religion bezogenen Wandel in der Gesellschaft der über die letzten Jahrzehnte stattgefunden hat, sowie mit veränderten Musikgeschmäckern erklären.

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