Weihnachtsgedichte für die Weihnachtszeit

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Was wäre Weihnachten ohne Weihnachtsgedichte? Jedes Kind kennt Zeilen wie „Von drauß vom Walde komm ich her…“ und kann diese schon in jungem Alter mitsingen. In vielen Familien sind Weihnachtsgedichte ein traditioneller Teil des gemeinsamen Festes. Alte Gedichtbücher, moderne Gedichtsammlungen und das Internet bieten genügend Stoff für immer neue Gedichte zu Weihnachten, die im Familienkreis vorgelesen werden können.

Unterschieden werden Weihnachtsgedichten besonders thematisch. So halten sich besonders ältere Gedichte, die aus dem Volksmund kommen und schriftlich festgehalten wurden, meist an die Bibel. Sie berichten von Jesu Geburt und feiern Weihnachten eher religiös orientiert. Dichter und Künstler haben es sich allerdings bereits vor mehr als 200 Jahren zur Aufgabe gemacht, ganz neue Weihnachtsgedichte zu verfassen. Darin wird für Jung und Alt sehr anschaulich das Weihnachtsfest in all seiner Besinnlichkeit und Gemeinsamkeit dargestellt. Figuren wie das Christkind und der Nikolaus treten auf und geben ein optische Vorstellung vom Weihnachtsfest, sodass das Gedicht lebhafter wird und Zuhörerinnen und Zuhörer fesselt.

Weihnachtsgedichte unter dem Weihnachtsbaum

Das frohe Fest begeht selbstverständlich jeder anders. Ganz im weihnachtlichen Sinne wird die Feier in vielen Familien im Kreise der Großeltern, von Onkeln und Tanten und damit in großer Runde begangen. In alter Tradition versammeln sich vielerorts dann zu einem bestimmten Zeitpunkt am Heiligen Abend alle, insbesondere aber die Enkelkinder, um den Weihnachtsbaum und warten gebannt auf die Geschichten und Gedichte, die der Großvater voller Leidenschaft und Freude vorträgt. Dieser Brauch gehört vielerorts unabdingbar zum Weihnachtsfest dazu und wird fest in die Feierlichkeiten eingeplant. Das Vorlesen von Weihnachtsgeschichten und Weihnachtsgedichten stärkt Besinnlichkeit und Harmonie und sorgt für eine ausgewogene Feier, in der jedes Familienmitglied einbezogen wird.

Gedichte als Weihnachtslieder

Gerade die seit Jahrhunderten überlieferten Weihnachtsgedichte werden für gewöhnlich in Liedform vorgetragen. Die Melodien sind dabei sehr einfach gestrickt, sodass sie direkt ins Ohr gehen und schnell abgerufen werden können. Weihnachtslieder lassen sich dadurch für gewöhnlich sehr leicht auf verschiedenen Instrumenten nachspielen. Spezielle Bücher mit Weihnachtsliedern beinhalten die wichtigen und bekannten Weihnachtsgedichte und bieten dazu Noten, mit denen die Melodien beispielsweise über Keyboard oder Klavier ganz einfach eingespielt werden können. Die speziellen Liederbücher finden sich sowohl im Fachhandel und bieten teils Hinweise und Tipps zum Spielen des jeweiligen Stückes. Auch Anfänger können dadurch schnell erste Weihnachtsmelodien spielen, zu denen die Weihnachtsgedichte vorgetragen werden können.

Das perfekte Weihnachtsgedicht für jeden Anlass

Die Fülle an unterschiedlichen Weihnachtsgedichten scheint bei kurzer Recherche im Internet schier endlos. Wichtig ist jedoch, ein Weihnachtsgedicht auszuwählen, dass sowohl Jung, als auch Alt anspricht. Dazu gibt es mittlerweile vielfältige Möglichkeiten. Welches Weihnachtsgedicht jeweils passt ist immer davon abhängig, für wen es bestimmt ist und zu welchem Anlass es vorgetragen werden soll. Weihnachtskarten beispielsweise beinhalten für gewöhnlich nur sehr kurze Weihnachtsgedichte, welche die Feierlichkeiten allerdings treffend auf den Punkt bringen und eine weihnachtliche Grundstimmung erzeugen. Längere Weihnachtsgedichte eignen sich besonders zum Vorlesen im Kreise der Liebsten.

Gedichtsammlungen aus der Buchhandlung

Die schönsten und traditionsreichsten Weihnachtsgedichte sind oft in älteren Büchern zu finden, die über Generationen durch die Familien gereicht wurden. Ist eine solche Gedichtsammlung zur Hand, dann sollten die Gedichte bestmöglich daraus stammen. Sie vermitteln einen klassischen und konventionellen Eindruck. Der Inhalt der Gedichte ist meist sehr bodenständig und besinnt sich auf die Grundfesten von Weihnachten: das Beisammensein und die Verbundenheit im Familien- und Freundeskreis. Modernere Weihnachtsgedichte schaffen es häufig nicht mehr, dies einzufangen und näher zu beleuchten. Die heutige Zeit ist zu schnelllebig und stellt auch zu Weihnachten meist andere Dinge in den Fokus. Seit Jahrzehnten überlieferte Gedichte sind etwas besonderes und sollten als solche auch gewürdigt werden. Wenn kein Gedichtbuch zur Hand ist, dann kann sich ein Besuch der örtlichen Bibliothek lohnen. Dort finden sich ebenfalls ältere Ausgaben und Bänder mit festlichen Weihnachtsgedichten.

Besinnliche Weihnachtsgedichte gibt es natürlich nicht nur in alten Gedichtbüchern. Die neueren Ausgaben und Bände bieten ebenfalls eine riesige Auswahl an unterschiedlichen Weihnachtsgedichten. Darunter sind zumeist sowohl kurze Weihnachtsgedichte, die sich für die Verwendung auf Weihnachtskarten eignen, als auch lange Weihnachtsgedichte. Wer in der Buchhandlung ein paar zufällig ausgewählte Gedichte überfliegt, der kann sich ein gutes Bild vom Gesamtwerk machen und spontan entscheiden, ob es sich wirklich eignet. Auch bei Online-Shops ist ein Blick ins Buch möglich. Hier helfen außerdem die Rezensionen anderer Käuferinnen und Käufer bei der Auswahl des Gedichtbuchs.

Lustige Weihnachtsgedichte aus dem Internet

Zum Fest der Liebe darf es ruhig etwas amüsanter werden! Witzige Weihnachtsgedichte sind in Büchern meistens sehr rar gesät. Wer humorvolle Gedichte zu Weihnachten sucht, der kommt über das Internet schnell auf eine Reihe möglicher Weihnachtsgedichte, die durchaus gelungen auf die Grundwerte von Weihnachten hinweisen, dennoch aber ulkigen Inhalts sind und einfach Spaß machen.

Die Suche von Weihnachtsgedichten über das Internet ist generell sehr empfehlenswert. Große Portale sammeln seit Jahrzehnten alle Weihnachtsgedichte, die Leserinnen und Leser einsenden und von der Redaktion aufgeschnappt werden. Alle Weihnachtsgedichte werden dort kategorisiert, sodass über die Auswahl eines Themas oder einer Gedichteigenschaft schnell eine Reihe passender Gedichte zu Weihnachten angezeigt werden kann. Gerade für die jüngere Generation gibt es große Angebote an längeren Gedichten, die außerdem eine kleine Geschichte erzählen und sich perfekt zum Vorlesen eignen.

Das sind die beliebtesten Weihnachtsgedichte

Bereits im Kindesalter werden fleißig Weihnachtslieder auch Gedichte auswendig gelernt. Im Erwachsenenalter werden diese anschließend an die jüngere Generation weitergegeben. Einige Weihnachtsgedichte gelten deshalb als Klassiker. Sie werden sich teils seit über 100 Jahren im deutschsprachigen Raum erzählt.

Morgen kommt der Weihnachtsmann – Hoffmann von Fallersleben

Morgen kommt der Weihnachtsmann,
kommt mit seinen Gaben.
Bunte Lichter, Silberzier,
Kind und Krippe, Schaf und Stier,
Zottelbär und Pantertier
möcht’ ich gerne haben!

Bring uns, lieber Weihnachtsmann,
bring auch morgen, bringe
eine schöne Eisenbahn,
Bauernhof mit Huhn und Hahn,
einen Pfefferkuchenmann,
lauter schöne Dinge.

Doch du weißt ja unsern Wunsch,
Kennest unsere Herzen.
Kinder, Vater und Mama,
Auch sogar der Großpapa,
Alle, alle sind wir da,
Warten dein mit Schmerzen.

Bei Weihnachtsgedichten handelt es sich nicht immer um von Künstlern geschaffenen Texten. Viele Gedichte zu Weihnachten entstanden durch den Volksmund und wurden erst viel später aufgeschrieben. Einzelne Worte und Satzstellungen ändern sich bei Weihnachtsgedichten je nach Gedichtbuch. Auch Umdichtungen kommen oft vor. Im Weihnachtsgedicht „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ von Hoffmann von Fallersleben beispielsweise wurde die 3. Verszeile von ehemals „Trommel, Pfeife und Gewehr“ in „Bunte Lichter, Silberzier“ umgebaut. Das Gedicht wurde bereits 1835 verfasst und wird auf der Melodie von „Twinkle, Twinkle, Little Star“ gesungen.

„Morgen kommt der Weihnachtsmann“ ist zweifelslos das beliebteste und bekannteste Weihnachtslied im deutschsprachigen Raum.

Knecht Ruprecht – Theodor Storm

Ruprecht: Habt guten Abend, alt und jung
bin allen wohl bekannt genung.
Von drauß vom Walde komm ich her;
ich muß Euch sagen es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
sah ich goldene Lichtlein sitzen;
und droben aus dem Himmelstor
sah mit großen Augen das Christkind hervor.
Und wie ich so strolcht durch den finsteren Tann,
da rief’s mich mit heller Stimme an:
Knecht Ruprecht, rief es alter Gesell,
hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
das Himmelstor ist aufgetan,
Alt und Junge sollen nun
von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
und morgen flieg ich hinab zur Erden,
denn es soll wieder weihnachten werden!
So geh denn rasch von Haus zu Haus.
such mir die guten Kinder aus,
damit ich ihrer mag gedenken
mit schönen Sachen sie mag beschenken.

Ich sprach: O lieber Herre Christ,
Meine Reise fast zu Ende ist.
Ich soll nur noch in diese Stadt,
Wo’s eitel gute Kinder hat.
Hast denn das Säcklein auch bei dir?

Ich sprach: Das Säcklein, das ist hier,
Denn Äpfel, Nuß und Mandelkern
freßen fromme Kinder gern.
Hast denn die Rute auch bei dir?

Ich sprach: die Rute die ist hier.
Doch für die Kinder, nur die schlechten,
die trifft sie auf den Teil, den rechten.
Christkindlein sprach: So ist es recht.
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!
Von drauß, vom Walde komm ich her,
Ich muß euch sagen es weihnachtet sehr!
Nun sprecht wie ich’s hierinnen find:
sind’s gute Kind., sind’s böse Kind?

Vater: Die Kindlein sind wohl alle gut,
haben nur mitunter was trotzigen Mut.

Ruprecht:Ei, ei, für trotzgen Kindermut
ist meine lang Rute gut!
Heißt es bei Euch denn nicht mitunter:
Nieder den Kopf und die Hosen herunter?

Vater: Wie einer sündigt so wird er gestraft;
die Kindlein sind schon alle brav.

Ruprecht: Stecken sie die Nas auch tüchtig ins Buch,
lesen und scheiben und rechnen genug?

Vater: Sie lernen mit ihrer kleinen Kraft,
wir hoffen zu Gott, daß es endlich schafft.

Ruprecht: Beten sie denn nach altem Brauch
im Bett Ihr Abendsprüchlein auch?

Vater: Neulich hört ich im Kämmerlein
eine kleine Stimme sprechen allein;
und als ich an die Tür getreten,
für alle Lieben hört ich sie beten.

Ruprecht: So nehmet denn Christkindleins Gruß,
Kuchen und Äpfel, Äpfel und Nuß;
probiert einmal von seinen Gaben
morgen sollt ihr was beßeres haben.
Dann kommt mit seinem Kerzenschein
Christkindlein selber zu euch herein.
Heut hält es noch am Himmel Wacht;
nun schlafet sanft, habt gute Nacht.

1862 behandelte Theodor Storm mit seinem Gedicht „Knecht Ruprecht“ besonders das Verhältnis zwischen Christkind und Knecht Ruprecht. Gerade in der Adventszeit wird „Knecht Ruprecht“ oft vorgetragen und gesungen. Bereits in jungem Alter kennen Kinder das Gedicht, welches wie kein anderes die Vorfreude auf Weihnachten noch einmal erhöht. Insbesondere die Anfangszeilen sind im deutschsprachigen Raum ein Begriff: „Von drauß vom Walde komm ich her, ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr“ ist Sinnbild der weihnachtlichen Winterstimmung.

Advent – Loriot

Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken,
Schneefloecklein leis herniedersinken.

Auf Edeltaennleins gruenem Wipfel
haeuft sich ein kleiner weisser Zipfel.

Und dort vom Fenster her durchbricht
den dunklen Tann ein warmes Licht.

Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
die Foersterin im Herrenzimmer.

In dieser wunderschoenen Nacht
hat sie den Foerster umgebracht.

Er war ihr bei des Heimes Pflege
seit langer Zeit schon im Wege.

So kam sie mit sich ueberein:
am Niklasabend muss es sein.

Und als das Rehlein ging zur Ruh‘,
das Haeslein tat die Augen zu,
erlegte sie direkt von vorn
den Gatten ueber Kimme und Korn.

Vom Knall geweckt ruempft nur der Hase
zwei-, drei-, viermal die Schnuppernase
und ruhet weiter suess im Dunkeln,
derweil die Sternlein traulich funkeln.

Und in der guten Stube drinnen
da laeuft des Foersters Blut von hinnen.

Nun muss die Foersterin sich eilen,
den Gatten sauber zu zerteilen.
Schnell hat sie ihn bis auf die Knochen
nach Waidmanns Sitte aufgebrochen.

Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied
(was der Gemahl bisher vermied)-,
behaelt ein Teil Filet zurueck
als festtaegliches Bratenstueck
und packt zum Schluss, es geht auf vier
die Reste in Geschenkpapier.

Da toent’s von fern wie Silberschellen,
im Dorfe hoert man Hunde bellen.

Wer ist’s, der in so tiefer Nacht
im Schnee noch seine Runden macht ?

Knecht Ruprecht kommt mit goldenem Schlitten
auf einem Hirsch herangeritten !

„He, gute Frau, habt ihr noch Sachen,
die armen Menschen Freude machen ?“

Des Foersters Haus ist tief verschneit,
doch seine Frau steht schon bereit:
„Die sechs Pakete, heil’ger Mann,
’s ist alles, was ich geben kann.“

Die Silberschellen klingen leise,
Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise.

Im Foerstershaus die Kerze brennt,
ein Sternlein blinkt – es ist Advent.

Dem Thema Weihnachten nähert sich ein bekannter deutscher Künstler ganz anders. In seinem Gedicht „Advent“ wird erst eine sehr weihnachtliche Stimmung aufgebaut, die allerdings ab einem gewissen Punkt wenig mit dem Inhalt des Gedichts zusammenhängt. „Advent“ ist ein echter Klassiker für alle, die Weihnachten auf einer humorvollen Art begegnen möchten.

Die Auswahl an unterschiedlichen Weihnachtsgedichten scheint schier endlos. Mindestens die Klassiker sollten zu jeder gelungenen Feier gehören. Gedichte wie „Knecht Ruprecht“ von Theodor Storm lassen sich unter dem Weihnachtsbaum zu bestimmten Melodien singen. Mit den passenden Weihnachtsgedichten wird am Heiligen Abend noch einmal das Zusammensein in den Vordergrund gestellt. Besinnlichkeit und Besonnenheit zum Fest der Liebe werden durch die vielen weihnachtlichen Gedichte noch einmal unterstützt.

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